Sonntag, 4. März 2012

Cerumen / Ohrenschmalz


Wie ist der Gehörgang aufgebaut?

Der 3-4 cm lange äußere Gehörgang verbindet die Ohrmuschel mit dem Trommelfell. Seine mit Haut überzogenen Wand besteht in der äußeren Hälfte aus elastischen Knorpel, innen aus Knochen. Am Übergang zwischen Knorpel und knöchernen Teil ist der Gehörgang leicht abgeknickt und verengt.
An seinem hinteren Ende wird er durch das Trommelfell begrenzt. Dieses dünne Bindegewebshäutchen ist oval bis rund, etwa 0,1 mm dick und hat einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter. An den Seiten ist es über einen Knorpelring mit dem Schädelknochen verbunden.
Das Trommelfell besitzt zwei Aufgaben: zum einen verschließt es das Mittelohr nach außen und schützt so die empfindlichen Gehörknöchelchen vor Infektion und Beschädigung. Zum anderen überträgt es Schallschwingungen über die Gehörknöchelchenkette auf die Sinneszellen im Innenohr. Damit ist das Trommelfell direkt am Hörvorgang beteiligt.

Wie entsteht ein Ohrenschmalzpfropf?

Im äußeren Teil des Gehörganges liegen Talgdrüsen und Haarfollikel, deren gelbliches Sekret zusammen mit abgeschilferten Hornstückchen das Ohrenschmalz (Cerumen) bildet. Das Cerumen dient als Schutzfilm für die empfindliche Haut in Gehörgang. Bei einem Pfropf sammelt sich Ohrenschmalz und verlegt den äußeren Gehörgang.
Wiederholte Manipulationen im Gehörgang, zum Beispiel mit Wattestäbchen, regt die Produktion von Ohrenschmalz an, trocknet die Gehörgangshaut aber auch aus und fördert so die Entstehung von Pfröpfen. Gleichzeitig führen diese Manipulationen zu Mikroverletzungen und Entzündungen. Bei Kontakt mit Wasser quellen solche Cerumenansammlungen auf und können den Gehörgang verlegen.

Welche Beschwerden sind typisch für ein Ohrenschmalzpfropf?

Die Beschwerden treten häufig nach dem Duschen oder einer Kopfwäsche auf, wenn Ohrenschmalz durch den Kontakt mit Wasser aufquillt. Der Pfropf verlegt den Gehörgang und die normale Schallübertragung auf das Trommelfell kann nicht mehr stattfinden. Infolgedessen kommt es zu einer Hörminderung im betroffenen Ohr, das oft von einem Druckgefühl begleitet wird. Zu die typischen Beschwerden gehören auch Ohrenschmerzen, Schwindel oder Ohrgeräusche (Tinnitus). Unsachgemäße Versuche den Gehörgang zu reinigen, können eine schmerzhafte Entzündung des äußeren Gehörganges (Gehörgangsentzündung) nach sich ziehen.
Ein Pfropf im Gehörgang kann auch Ursache für einen Räusperzwang oder einen Hustenreiz sein, denn die Berührungsempfindlichkeit der Gehörgangshaut und der Hustenreflex werden über verschiedene Äste des selben Nervs gesteuert. Deshalb kann ein Reiz im Gehörgang eine Hustenattacke auslösen, die sich willentlich nicht unterdrücken lässt.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Beim Blick ins Ohr mithilfe eines Ohrtrichters erkennt der Arzt den Ohrenschmalzpfropf. Der Ohrentrichter wird in den äußeren Gehörgang eingeführt, um Haare zu Seite zu bringen und die Krümmung des Gangs auszugleichen. Eine Lichtquelle erlaubt es dem Arzt, der äußeren Gehörgang und auch das Trommelfell genau zu beurteilen. Er kann bei dieser Untersuchung also auch überprüfen, ob Verletzungen, Infektionen oder Schäden an am Trommelfell vorliegen.

Wie wird Ohrenschmalzpfropf behandelt?

Verstopfungen durch Ohrenschmalz dürfen nie mit einem Wattestäbchen oder ähnlichem Gerät entfernt werden. Aus zwei Gründen: zum einen besteht die Gefahr, dass empfindliche Trommelfell bzw. den Gehörgang zu verletzen, zum anderen drückt man den Pfropf oft nur noch tiefer in den Gehörgang. Der Ohrenarzt spült den Pfropf mithilfe einer kleinen Wasserdüse heraus. Voraussetzung dafür ist allerdings ein intaktes Trommelfell.
Die Reinigung kann Hustenattacken auslösen. Nach einer Gehörgangsreinigung ist eine Hörprüfung sinnvoll, um Schäden des Hörvermögens auszuschließen. Unter Sichtkontrolle mit dem Ohrmikroskops kann der Arzt das Cerumen auch mit speziellen Geräten herausnehmen oder absaugen.

Falls man zur Bildung von Ohrenschmalzpfröpfen neigt, sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt regelmäßig die Ohren untersuchen und reinigen.

Wie kann man einen Ohrenschmalzpfropf verhindern?

Wenn die empfindliche Haut im Gehörgang zu Trockenheit neigt, ist es sehr sinnvoll diese mit einem Pflegeöl zu behandeln.
Gründe für Hauttrockneheit können unter andrem sein:

Neigung zu Ekzemen, Diabetes, regerell trockenere Haut, häufiges Schwimmen oder Tauchen, regelmäßige Gehörgangsreinigung beim Baden oder Duschen, mechanische Belastungen bei Hörgeräten oder Gehörschutz, auch fehlendes Ohrenschmalz.

Regelmäßige Pflege der Gehörgänge mit Auridrop - die Ohrpflege - kann Ohrenschmalzpfröpfe verhindern, beugt dem Austrocknen der Gehörgangshaut vor und schützt diese dadurch vor Entzündungen.



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